... und 2. als man denkt (oder auch

Vor ungefähr vier Wochen, als sich der September dem Ende neigte und ebenso mein Resturlaub, hatte ich eigentlich noch viel vor. In meinen TO-DO Listen standen noch lauter lustige Sachen: Geburtsvorbereitungs-Crashkurs, tausend Fragen an meine Hebamme (was hilft gegen Schmerzen bei der Geburt), Besichtigung vom Kreissaal und Anmeldung im Krankenhaus, meine Babyparty, Krankenhaustasche packen usw. Obwohl ich alles genau geplant habe (abgesehen von der Babyparty), hat sich alles an einem Sonntag vor vier Wochen erledigt.
Wie im ersten Post beschrieben, hatte ich vor kleineren (Häkel-)Projekten nachzugehen. Daraus wurde aber nur zum Teil etwas, da die Schwangerschaft in letzter Zeit immer anstrengender wurde.
Die Füße wurden dick, selbst Treppen steigen war wie einen hohen Gipfel besteigen (wir wohnen nur in der zweiten Etage). Außerdem war die Kleine schon ziemlich schwer und groß für den Zeitpunkt, und das habe ich gemerkt. Schlafen, sitzen und so gut wie alles war ziemlich unbequem, und ich begann immer öfter zu sagen „also langsam kann die Kleine kommen, obwohl es natürlich viel zu früh ist“. Den zweiten Satz hat meine Kleine irgendwie überhört.
Vor vier Wochen und drei Tagen klagte ich über ziemlich starke Rückenschmerzen und ab und zu auch Bauschmerzen. Meine Ärztin sagte mir, dass dies normal sei in dem Stadion, und es auch nicht mehr lange dauern könnte.
Die nächsten zwei Tage wurden die Rückenschmerzen so anhaltend und stark, dass ich weder liegen, sitzen, stehen noch gehen konnte ohne vor Schmerzen zu vergehen. Die Schmerzen haben mir Angst gemacht. Wie sollte ich denn die Geburt in paar Wochen aushalten, wenn die paar Rückenschmerzen mich schon so fertiggemacht haben. Während ich diese ganzen Zeilen schreibe, kann ich mir ein inneres lautes Lachen nicht verkneifen, da der Spruch „Erstens kommt es immer anders, und zweitens als man denkt“ hier wie die Faust aufs Auge passt.
Nach langem Hin und Her sind wir also ins Krankenhaus gefahren, dort wurde ein CTG gemacht („Bitte legen Sie sich bequem hin“ – „Geht nicht“) und oh Wunder ich hatte drei Wehen in 10 Minuten. Nebenbei hatte ich also die Gelegenheit die Kreissäle zu besichtigen. Dann weiter zur Gynäkologischen Ambulanz („Ich kann schon die Haare ihres Kindes sehen. Es kann nicht mehr lange dauern.“). Die Schmerzen waren wohl so stark, dass mir noch nicht wirklich bewusst war, was dieser Satz bedeutete.
Zurück im Kreissaal wurde ich von einer Hebamme untersucht, die mich nach dem Befund der Ärztin fragte. Bei meinem Bericht fing sie an zu grinsen (ernsthaft? Ich habe Schmerzen!) mit den Worten „Sie stehen kurz vor der Geburt. Ihr Schmerzempfinden ist wohl geringer als bei 99% der Frauen.“ Erst jetzt wurde mir klar, was es heißt: Wir werden jetzt Eltern. JETZT! Und nicht erst in 6 Wochen. Wieso ich nicht schon früher gekommen bin, fragte sie mich. Ganz einfach: die Rückenschmerzen waren anhaltend, und ich dachte ich hätte noch 6 Wochen Zeit mich seelisch auf die Geburt vorzubereiten!
Dann ging alles schnell: ich wurde im Krankenhaus angemeldet (Check), mein Mann hat mir schnell paar Sachen von zu Hause gepackt (die Checkliste für die Krankenhaustasche lag bereits ausgedruckt auf dem Schreibtisch), immerhin hatte er noch eine Stunde Zeit. Ich wurde immer nervöser, mein Mann noch mehr als ich, der noch schnell auf Arbeit Bescheid geben musste, dass seine Elternzeit wohl schon was früher beginnt, und er die Schicht in einer Stunde nicht antreten kann. Gefühle zwischen Vorfreude, Überraschung, Schmerzen und auch ein wenig Panik wechselten sich ab.
Details zur Geburt selber überspringe ich im Interesse aller mal eben, und weiß auch wieso es alle anderen tun. Nachdem ich meine Wehen nicht als Wehen wahrgenommen habe, und als schmerzunempfindlich eingestuft wurde, waren die Schmerzen während der Geburt sehr wohl präsent. Die Erinnerung daran verblasst aber (zum Glück) langsam, doch den Moment, als meine kleine Tochter auf der Welt war, werde ich wahrscheinlich nie vergessen. Alle Schmerzen waren vergessen, meine Tochter auf meiner Brust, wie sie mich mit einem Auge angeschaut hat, wie sie meinen Finger umschlossen hat, und mein Mann, der so gerührt und überglücklich bei mir war – ich war in dem Moment nur noch erfüllt von Glück und Liebe.

23.10.16 21:59, kommentieren

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1. Es kommt immer anders,...

Vor einigen Wochen wuchs (neben meinem Baby) in mir die Idee einen Blog zu erstellen. Der Beginn meines Mutterschutzes (mit vorherigem Resturlaub) nahte, und ich habe mich gefragt, was ich mit der ganzen neu gewonnenen Freizeit anstellen sollte. Ich habe mir Projekte überlegt (wie z.B. viele Häkelprojekte) und ein Blog, in dem ich über die Projekte, und auch über meine Vorbereitungszeit auf das Baby berichten wollte, sollte ebenfalls zu diesen Projekten gehören.

Zwei Dinge habe ich dabei aber nicht bedacht:
1.Es kommt immer anders als man denkt.
2.Ein Baby hält sich nicht an Pläne.

Den zweiten Punkt habe ich so, oder so ähnlich oft im Vorfeld von vielen Leuten (natürlich mit Kindern) gehört. Und dem zugestimmt. Die Wahrheit darin war mir aber nicht wirklich bewusst.
Mein Urlaub hat Anfang September begonnen, und ich habe mich ausgeruht (soweit es ging) und das Projekt Blog immer weiter nach hinten verschoben. Sehr viel Zeit blieb mir dazu allerdings nicht, denn ich bin mittlerweile Mutter einer fast 4 Woche alten Tochter und mache aus dem "Meine Zeit vor dem Baby"-Blog einen "Meine Zeit mit meinem Baby"-Blog. Ich werde euch berichten über die Zeit vor der Geburt, wie wir mit der Zeit in der Klinik klar gekommen sind, und wie ich das Leben als frische Mama meistern werde.

LNA

20.10.16 16:24, kommentieren